Inspirationsbrief Nr. 2/2026

Wenn weniger atmen, gesund und munter macht!

Meine Tätigkeit in der Naturheilpraxis Nidwalden sensibilisierte mich, meine Atemtechnik
genauer unter die Lupe zu nehmen, und dabei auch meine Mitmenschen bei ihrer Atmung zu
beobachten.
Nun meine Frage an dich: Wie «sieht» oder hört sich deine Atmung an? Ist sie oberflächlich
oder tief, atmest du durch den Mund oder die Nase, schnell oder langsam? Achte dich
während dem Tag mehrere Male darauf wie du atmest.
Die Zwerchfell-/Bauchatmung darf ruhig und tief sein und zu deiner Gewohnheit werden.
Denn sie wirkt entspannend und stimuliert den Parasympathikus, während die oberflächliche
Atmung den Sympathikus fördert und dem Körper andauernd die Information von Stress
vermittelt. Über die Atmung können wir unser vegetatives Nervensystem steuern und
damit die Energieversorgung im Körper. (Weitere Informationen zum Nervensystem:
siehe frühere Inspirationsbriefe.)
Ein Neugeborenes atmet durch die Nase bis in den Bauchraum, in einem sanften,
gleichmässigen Rhythmus. Dadurch bewegt sich sein Zwerchfell nach unten und die inneren
Organe erfahren eine wunderbare Massage. Erst ab dem 3. Monat können sie überhaupt
durch den Mund atmen. Erwachsene atmen ca. zu 40 % durch den Mund. Zeichen für
falsche Atemtechnik können u.a. häufiges Seufzen, Zungenbeläge, Mundtrockenheit,
Schnarchen, Schlafapnoe, häufig verstopfte Nasennebenhöhlen und vergrösserte Mandeln
sein.
Bei etwa 6 Atemzüge pro Minute können alle Organe optimal arbeiten – medizinisch ein
sogenannter Zustand der Kohärenz. Tatsache ist jedoch, dass wir in den letzten 50 Jahren
die Atemfrequenz im Ruhezustand verdoppelt haben. Waren es früher 6 – 7 machen wir
heute zwischen 14 – 20 Atemzüge pro Minute. Dadurch, dass wir uns so oft stressigen
Situationen aussetzen, wird das sympathische Nervensystem, unser Kampf-/Fluchtmodus
stimuliert. Puls, Herzfrequenz, Atmung u.a.m. werden beschleunigt und Adrenalin
ausgestossen um uns auf die bedrohliche Situation vorzubereiten. Das führt zu einer
Hyperventilation, die eine natürliche Reaktion auf Stress ist, d.h. wir atmen zu viel
Sauerstoff (O2) ein und verlieren zu viel Kohlendioxid (CO2). Bei jedem Ausatmen geben
wir CO2 ab. Dieses ist jedoch genauso wichtig für unseren Körper wie Sauerstoff, denn
niedrige CO2-Werte können den Körper schwächen. Beim Gähnen, Seufzen, Husten, Niesen
und Sprechen dürfen wir lernen uns anders zu verhalten, damit die CO2-Werte nicht weiter
sinken. Sinnvoll ist es, mit Bedacht zu gähnen und zu seufzen und nach dem Husten und
Niesen die Luft für einige Sekunden anzuhalten um den CO2-Verlust wieder auszugleichen.
Beim Sprechen ist folgendes eminent wichtig: fort vom schnellen und hektischen Sprechstil
(Sympathikus aktivierend), hin zu langsamerem Reden, kürzeren Sätzen mit Pausen zum
Atmen (fördert Parasympathikus). Der Bonus dabei ist, die Aufmerksamkeit deiner ZuhörerIn
bleibt dir so bis zum Schluss erhalten.

Aufgaben von Kohlendioxid (CO2)

  • natürliches Entspannungsmittel: weitet Blutgefässe → Körper fühlt sich oft wärmer
  • entlastet Organe
  • beruhigt Nerven
  • schützt Zellen vor Beschädigung
  • balanciert pH-Wert des Blutes

Symptome von Atemproblemen:
Asthma, Stress, Schlafprobleme, Ängste und Panikattacken, Long Covid,
Erschöpfungszustände/Fatigue, Bluthochdruck, Kopfschmerzen, Sinusitis und Rhinitis,
Schnarchen und Schlafapnoe, Bronchitis, Heuschnupfen und Allergien, Chronische
Hyperventilation – mit vielfältigen Symptomen
Dr. med. Egor Egorov schreibt in seinem Buch 10 Atemzüge und nie wieder müde: «Wir
zählen Schritte, Herzschläge und Kalorien, aber nicht unsere Atemzüge. Wir beobachten und
optimieren unsere körperliche und geistige Leistung, unseren Schlaf und Stresspegel. An
eine Optimierung unserer Atemweise denken wir jedoch nicht.» Die traurige Wahrheit sei
leider, so Dr. Egorov weiter, dass viele von uns nicht nur zu viel essen, sondern auch zu viel
atmen. Mehr Luft einatmen machen wir zu unserer Normalität.
Mehr Energie durch Mangel: Weniger atmen, hält gesund und munter. Weniger Atmen
kann dem Körper tatsächlich mehr Sauerstoff zuführen. Diese Theorie stammt vom
ukrainischen Arzt Professor Dr. Konstantin Pavlovich Buteyko (1923-2003). Sein Ziel mit der
Buteyko-Atmung (siehe weitere Tipps am Ende) ist es, die Atemmenge zu reduzieren und
den Teufelskreislauf (vermehrtes Atmen führt zu immer noch mehr atmen etc.) zu
durchbrechen. Zwar überlebt ein Mensch ohne Luft zum Atmen keine 7 Minuten. Ein
vorübergehender und wohldosierter Sauerstoffmangel wirkt für unseren Körper jedoch wie
eine Aufforderung, seine Leistungs- und Widerstandsfähigkeit zu erhöhen um sich vor
weiteren Mangelsituationen besser schützen zu können.

Beim Einatmen schenke ich meinem Körper Ruhe. Beim Ausatmen lächle ich.
Ich verweile im gegenwärtigen Moment und weiss, es ist ein wunderbarer Moment.
Thich Nhat Hanh
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Quelle:

Naturheilpraxis Nidwalden | Akupunktur | Shiatsu | Tuina-Massage | Stans,
Literatur 10 Atemzüge und nie wieder müde von Dr. med. Egor Egorov,
Weitere Infos: Anwendungsgebiete – Buteyko Schweiz

Dein Atem, dein Weg.
Karin